Diplomarbeit im Senegal

Also, vom 22.10. bis 19.12. sind die Melli und ich im Senegal um dort die Vorarbeit für unsere Diplomarbeit(en) zu leisten. Der Plan bisher: drei Wochen einleben und dann fünf Wochen in dem Projekt Diambars verbringen. Interviews, "teilnehmend beobachten", Infos sammeln usw. Was das dann im speziellen bedeutet erfahrt ihr hier...

Donnerstag, Oktober 26, 2006

Sooo viele neue Freunde . . .

Die Fotos dazu: https://fotoalbum.web.de/gast/heiko-may/Senegal_02


Erst der zweite Tag in St. Louis und schon haben wir eine ganze Handvoll neuer „Freunde“ gefunden . . . genauer gesagt haben sie uns gefunden.

Alle haben sie ein Spitzen Auto und wollen uns den tollen Park in der Nähe von Saint- Louis zeigen, mit wundeschöner Wüste, Strand, Meer, eine Million Vögel…das muss das Paradies sein!
Abdul hat uns gleich mal vor der Herberge abgefangen, und uns aus reinster Gastfreundschaft in sein Appartement eingeladen, uns irgendwelche Fotos von irgendwelchen Brüdern gezeigt, uns die CD seiner Band vorgespielt und nebenbei darauf hingewiesen, dass auch er hervorragende Touren anbietet und seine CD für bon prix verkauft…ok, wir überlegen uns das und sagen dir später bescheid, „ami“…
Dann war da noch ein neuer Paco, wir sollen Werbung für seine Band und das HipHop-Reggae…-Festival in Saint Louis machen, also tun wir ihm doch den Gefallen, ist glaub ich echt nicht schlecht, also klickt mal drauf! :
Das Verflixte an der Sache ist, dass die hier alle so wahnsinnig nett und lustig sind, obwohl man weiß, sie wollen im Endeffekt was verkaufen, kann man sie nicht wegschicken oder ignorieren, sondern hört sich brav alles an und hat dabei immer was zu lachen! So musste es denn auch kommen, dass ich wieder einmal stolze Besitzerin einer geschnitzten Holzfigur wurde, die ich jetzt irgendwie acht Wochen an der Backe hab, um sie dann als Staubfänger (gleich neben dem Nilpferd) in meinem Zimmer zu platzieren. Diesmal ist es eine Samstagsmaske für Frauen…was zum..?!? Ach ja , nicht zu vergessen, die „geschenkte“ Kette in Senegalfarben, die ich jetzt nicht mal tragen kann, weil hier anscheinend alle Touris auf diesen Trick reingefallen sind, und eben diese Kette in der Tasche haben!

Ansonsten verläuft das Leben hier très tranquille, einkaufen beim Bäcker dauert da schon mal ne viertel Stunde, ne ne keine lange Schlange. Zwei Croissants bitte! -Zeitung holen, Zeitung auf den Tresen legen, ein Croissant auf die Zeitung, zweites Croissant auf die Zeitung, Zeitung an einer Seite übers Croissant klappen, Zeitung an anderer Seite übers Croissant klappen, Zeitung an einer Seite wieder zurückgeklappt, Zeitung wieder rüberklappen, Zeitung jetzt an anderer Seite wieder zurückgeklappt…hm, erstmal Kasse öffnen (währenddessen nehmen wir das mit der Zeitung selber in die Hand), eine Münze auf den Tresen, nächste Münze auf den Tresen…
Mittlerweile bewegen wir uns jedenfalls nur noch seeehr seeehr gemächlich, immer ein Schritt vor den nächsten, ja und dann kommt ja eh schon der nächste Freund, der einen erstmal zu sich nach Hause mitnimmt und ein paar Geschichten erzählt. Die Leute hier in der Jugendherberge lassen sich schon immer aus dem Zimmer rufen, wenn das Essen fertig ist, weil sie nicht so lang sitzen wollen. Weiß jetzt auch, warum die Gazelle so groß ist, da kann man schon mal ein zwei Stunden mit Bierchen aufs Essen warten und einfach das schöne Etikett bewundern.


1 Comments:

  • At 03 November, 2006 17:57, Blogger Dan said…

    Haha,

    so sieht's aus. Die werden euch da unten völlig ausnehmen und ihr müsste den ganzen Krempel dann auf die gleiche Weise los werden! ;o)

    gReEtZ aus dem verschneiten Eitzing! ;o)

     

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